Reparieren und Umstylen

Photo by Tomas Sobek on Unsplash

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Langlebigkeit ist das neue Cool. Seit einigen Jahren erleben Flicken und Schneidern ein wahres Comeback – als Gegentrend zur Wegwerfmode. Machen auch Sie Ihre Kleidung wieder fit! Wie gut die ersten Ergebnisse sind, ist dabei nebensächlich, denn: Wichtig ist, es einfach mal auszuprobieren. Der perfekte Moment fur das klassische Reparieren ist ubrigens der Fruhlings- oder Winterbeginn, wenn Sie die Garderobe im Schrank sowieso umsortieren.

Wie in unserem Ratgeber ab Seite 52 geschildert freuen wir uns sehr, wenn wir durch das Selbermachen dem Trend zum Wegwerfen entgegenwirken können. Die nachfolgenden 9 Reparaturen und Verschönerungen können auch Sie selbst vornehmen:

Knopf annähen

Was Sie brauchen: Eine Nähnadel, Nähgarn in der gewünschten Farbe, eine kleine Schere, den Knopf und eventuell eine Einfädelhilfe, um den Nähfaden in die Nadel einzufädeln. Und: Ausreichend Licht.

So geht es:

  1. Schneiden Sie von dem Faden 30–40 cm ab. Fädeln Sie das Garn in das Nadelöhr ein. Am Ende des Garns einen Knoten machen, den dahinter überstehenden Faden abschneiden. Tipp: Wenn Sie das Garn doppelt nehmen, geht das Nähen schneller. Dann benötigen Sie 60 cm bis 70 cm Fadenlänge.
  2. Platzieren Sie den Knopf an der gewünschten Stelle und stechen Sie auf der Rückseite des Kleidungsstückes unterhalb der Knopflöcher durch den Stoff. Führen Sie nun die Nadel durch eines der Löcher im Knopf und ziehen sie, bis der Faden durch den Knoten gestoppt wird.
  3. Stechen Sie jetzt mit der Nadel von oben in das Loch und ziehen Sie Nadel und Faden wieder auf die Rückseite des Stoffes.
  4. Führen Sie nun wieder die Nadel von unten durch das erste Knopfloch und im Anschluss von oben durch das zweite Loch. Wenn der Knopf mehr als zwei Knopflöcher hat, wechseln Sie entsprechend zwischen den Löchern ab beim nähen. Wiederholen Sie diesen Vorgang insgesamt fünf- bis sechsmal.
  5. Beim letzten Mal stechen Sie die Nadel von oben durch das Loch im Knopf, diesmal jedoch nicht durch den Stoff hindurch, sodass die Nadel zwischen Knopf und Stoff bleibt. Umwickeln Sie die bereits vernähten Fäden zwischen Knopf und Stoff mehrmals, bis ein sogenannter Steg entsteht.
  6. Im letzten Schritt führen Sie die Nadel wieder auf die Rückseite des Kleidungsstückes, vernähen den Faden und schneiden ihn kurz ab. Fertig!

Wow-Faktor: Den Knopf mit Effektgarn annähen, zum Beispiel Metallgarn oder fluoreszierendem Garn. Oder verschiedene Garnsorten und Farbtöne mischen. Oder den Knopf einfach mal umgedreht annähen.

Kleine Löcher in T-Shirts reparieren

Was Sie brauchen: Kleine Nähnadel, Nähmaschine, Nähseide, kleine Schere

So geht es:

  1. Zunächst das T-Shirt auf links drehen und das Garn am Ende der Nadel in das Nadelöhr einfädeln. Bei Bedarf die Einfädelhilfe nutzen.
  2. Jetzt stechen Sie in die Maschen gleich neben dem Loch ein und vernähen das Ende des Fadens bis dieser fixiert ist. Ein Knoten ist nicht notwendig und wäre zu groß.
  3. Als nächstes vorsichtig durch ein paar Maschen auf der einen Seite des Lochs und dann auf der anderen Seite des Lochs stechen. Diesen Vorgang mehrmals wiederholen und so schrittweise das ganze Loch zu zu weben und zusammenziehen. Wichtig: Dabei nur durch die Maschen auf der Innenseite des T-Shirt´s stechen und nie durch den ganzen Stoff. Das heißt der Nähfaden ist auf der Vorderseite des T-Shirts im Idealfall nicht sichtbar.
  4. Wenn das Loch geschlossen ist, den Faden vernähen.
  5. Das T-Shirt umdrehen und die geflickte Stelle noch etwas auseinanderziehen.

Wow-Faktor: Reparierte Stellen gekonnt in Szene setzen und veredeln, zum Beispiel mit einem Goldfaden arbeiten oder einen andersfarbigen Flicken unterlegen. Eine weitere Variante ist, die Löcher als Schmuck-Element zu nutzen. Dazu beispielsweise die Ränder der Löcher sichtbar umhäkeln oder mit Perlen besetzen.

Photo by Anna Pascale on Unsplash

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Runtergetretene Hosen/ausgefransten Hosensaum
reparieren

Was Sie brauchen: Nähmaschine, Nähseide, Nähnadel für Jeans oder Baumwollstoff, Stecknadeln, Bügeleisen 

So geht es:

  1. Schadhaften Saum gleichmäßig knapp zurückschneiden, so dass wieder eine gerade Kante entsteht.
  2. An der neuen Saumlinie mit einem engen Zickzackstich der Nähmaschine entlangnähen. Dabei darauf achten, dass die Nähmaschinennadel auf der einen Seite des Zickzacks (an der Außenkante der Hose) immer ins Leere sticht und nicht in den Stoff.
  3. Jetzt die untere Hosenkante 1 bis 1,5 cm nach innen einschlagen und mit dem Bügeleisen umbügeln. Im Anschluss mit Stecknadeln oder einem groben Handstich (Heftfaden) fixieren.
  4. Jetzt den Saum mit einem Geradstich annähen. Dazu etwa 1 cm von der Hosenkante nach innen versetzt entlangnähen, sodass sie die Außenseite und den umgeschlagenen Saum zusmamennähen. Wenn Sie sich die Nahtlinie vorher mit Kreide anzeichnen, kann da bei gar nichts schiefgehen.

Wow-Faktor: Hosen lassen sich gut auf 7/8-tel kürzen oder gar in Shorts verwandeln. Abgeschnittene Hosenbeine nicht wegwerfen, sondern daraus Aufnäher für T-Shirts oder Flicken für Hosen machen.

Aus alten Jeans oder anderen Kleidungsstücken T-Shirt-Applikationen machen

Was Sie brauchen: Gute Schere, Stecknadeln, eine Nähmaschine, Nähnadeln in verschiedenen Größen, eine alte oder defekte Jeans oder ein anderes Kleidungsstück (etwa mit einem schönen Motiv)

 So geht es:

  1. Aus der Jeans Ihr Lieblingsmotiv ausschneiden – zum Beispiel ein Herz, einen Stern oder ein geometrisches Muster.
  2. Das Motiv auf dem T-Shirt platzieren, mit Stecknadeln feststecken und an den Kanten entlang mit dem Zickzackstich festnähen. Fortgeschrittene können die Kanten des Motivs vorher mit einer Nahtzugabe von 1 cm umsteppen oder vorab heften.

Wow-Faktor:  Einen 3D-Effekt bekommen Sie durch Applikation mit Volumenvlies (gibt’s im Stoffladen). Dazu Jeansstoff auf ein Stück Volumenvlies legen und das gewünschte Motiv auf das Volumenvlies aufnähen. Die Ränder mit einem engen Zick-Zack-Stich fixieren. Danach das Motiv ausschneiden und das so entstandene Patch auf das T-Shirt aufnähen.

Umfärben in der Waschmaschine

Was Sie brauchen: Jeans, Stofffarbe, Waschmaschine

So geht es:

  1. Textilfarben aussuchen: Die gängigsten Farbtöne gibt es in Drogerien zu kaufen, weitere Farben können bei Bedarf online bestellt werden.
  2. Ab mit der Farbe und ihrem Kleidungsstück in die Waschmaschine. Folgen Sie dabei einfach den Anweisungen auf der Verpackung.

Wow-Faktor: Meist reicht die Farbe für mehr als eine Jeans, warum also nicht ausgeblichene Hand- oder Geschirrtücher auffrischen und im Farbbad mitfärben?

Photo by rawpixel on Unsplash

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Hemden im Dip-Dye-Verfahren färben

Was Sie brauchen: ein helles Kleidungsstück aus Naturfasern (z. B. ein Baumwollhemd), Stofffarbe, Eimer, Gummihandschuhe, Zeitungspapier zum Unterlegen beim Trocknen

So geht es:

  1. Die Färbung entsteht durch das partielle Eintauchen des Kleidungsstückes in ein Farbbad, sodass gezielte Farbakzente entstehen. Entscheiden Sie dafür zuerst, welchen Teil des Kleidungsstücks Sie färben wollen – etwa bei einem Hemd den unteren Hemdbereich und unteren Ärmelbereich.
  2. Stellen Sie aus der Stofffarbe in einem großen Eimer nach Herstellerangaben ein Farbbad her.
  3. Ziehen Sie nun die Handschuhe an und tauchen die gewünschten Bereiche des Kleidungsstückes in das Farbbad. Die Farbintensität ergibt sich durch die gewählte Färbezeit.
  4. Anschließend das Hemd auswaschen und über etwas Zeitungspapier zum Trocknen aufhängen.

Wow-Faktor: Durch das schrittweise Eintauchen in ein Farbbad können Sie einen tollen Farbverlauf erzeugen. Heben Sie hierzu das Textil nach der halben Färbezeit ein Stück aus dem Farbbad und lassen Sie den verbliebenen Bereich weiter einwirken. Nach weiteren zehn Minuten heben Sie einen weiteren Teil aus dem Farbbad usw.  Durch die unterschiedliche Färbezeit erhalten Sie verschiedene Farbtiefen.

Kleidungsstücke mit Stoffmalfarbe bemalen

Was Sie brauchen: Kleidungsstück (zB. Leggins), Stoffmalfarbe, Unterlage, Pinsel, Pappe zum Zwischenlegen, eventuell dünne Latex-Handschuhe, dünner Stift in ähnlicher Farbe wie die Stoffmalfarbe

So geht es:

  1. Das gewaschene Kleidungsstück auf die Unterlage legen und Pappe zwischen Vorder- und Rückseite des Kleidungsstücks legen (Bei Hosen: in die Hosenbeine), damit sich die Farbe auf der anderen Seite nicht durchdrücken kann.
  2. Falls Sie nicht oft zeichnen oder eine sehr akkurate Bemalung wollen, können Sie das gewünschte Motiv oder Muster vorher mit einem dünnen Stift vorzeichnen.
  3. Nun nach dem vorgezeichneten Muster oder frei Hand das Kleidungsstück mit einer oder mehreren Farben bemalen.
  4. Die bemalte Seite trocknen lassen und danach, fall gewünscht, die andere Seite des Kleidungsstücks gestalten.
  5. Anschließend die Farbe trocknen lassen, das Kleidungsstück bügeln und dadurch die Farbe fixieren.

Wow-Faktor: Leggings mit Crush-Effekt. Dazu Farbtupfer in den gewünschten Nuancen direkt auf eine Leggings geben. Leggins mit den Händen zusammendrücken, drehen und knautschen, bis verschiedenste Farbmarmorierungen entstehen. Je nach Farben und Intensität können so zarte bis expressiv-wilde Farbeffekteffekte erzeugt werden.

Schmuckapplikationen mit Bügelfolie anbringen

Was Sie brauchen: unifarbene Bluse mit Kragen, Bügelfolie in der gewünschten Farbe (gibt’s im Stoffladen oder in der Hobbyabteilung), Schere, Bügeleisen, Bügelbrett, eventuell Backpapier

 So geht es:

  1. Den Kragen der gewaschenen Bluse bügeln, sodas keine Knitter mehr vorhanden sind.
  2. Aus der Bügelfolie mit der Schere oder dem Locher kleine Punkte ausschneiden oder ausstanzen.
  3. Den Kragen auf dem Bügelbrett auslegen und auf die ebene Fläche nach Wunsch die Punkte verteilen.
  4. Die Punkte nach den Herstellerangaben der Bügelfolie aufbügeln. Dabei, falls angegeben, ein Stück Backpapier zwischen Folie und Bügeleisen legen. Da der Kragen nicht komplett gerade auf das Brett gelegt werden kann, arbeiten Sie am besten in drei Durchgängen (erst die beiden vorderen Seiten, dann der Kragenteil auf der Rückseite der Bluse).

Wow-Faktor: Statt der Bügelfolie können Sie auch mit aufbügelbaren Strass-Schmucksteinen arbeiten!

Photo by Max Busse on Unsplash

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Schuhen mit Aufnähern und Patches ein zweites Leben geben

Was Sie brauchen: Stoffschuhe, Aufnäher oder Patches, Schere, Bügeleisen oder Nähnadel + Nähgarn, Stecknadeln

So geht es:

  1. Freie Fläche auf Schuhen finden und das Patch platzieren. Patches können aus alten Kleidern selbst gemacht werden (erfordert Vorkenntnisse) oder bereits fix und fertig gekauft.
  2. Die Patches werden aufgebügelt oder aufgenäht. Das Patch an der gewünschten Stelle platzieren, eventuell mit Stecknadeln fixieren und dann mit leichtem Druck aufbügeln oder per Hand aufnähen.

Wow-Faktor: Passend zum neuen Patch die Schnürsenkel austauschen – dafür beispielsweise eine Kontrastfarbe wählen oder die Enden der Schnürsenkel mit selbstgemachten Quasten oder Perlen versehen.